Der Mord im Kuhstall von Colin


An einem nebligen Morgen lag einer der Mitarbeiter von Bauer Sepp tot im Stall. Er hatte am Tag davor die Mitternachtsmelkschicht gehabt. „Das ist jetzt schon der zweite Melker, der umgebracht worden ist, doch bei dem vorherigen Mord hat man doch einen potentiellen Verdächtigen verhaftet, ich habe doch gedacht, dass hier irgendwas nicht stimmt”, sagte sich Michi, der jeden Tag bei Bauer Sepp frische Milch holen kam. Er hatte schon lange gemerkt, dass hier irgendwas nicht stimmen konnte, denn die Schweine verhielten sich irgendwie komisch und auch die Kühe hatten richtig, richtig Angst vor Sepp, obwohl er immer bei ihnen war und sie pflegte. Michi wusste, dass das kein normaler Hof war, sondern dass da was anders war, doch Michi hatte bisher noch an nichts Schlimmes gedacht.

Der Tag verging, alles war normal, nichts Verdächtiges passierte. Die Nacht brach herein und Michi entschloss den Hof nicht aus den Augen zu lassen, denn er wohnte im Dorf unten, aber von seinem Haus aus sah man den Hof zwischen den Häusern durch. Er sah den Melker in den Stall gehen, dann passiert lange nichts mehr. So nach zwei Stunden hörte er ein Schreien, dann verlöschte das Licht - jetzt war Michi richtig misstrauisch, er nahm seine Schuhe und seine Jacke und lief zum Hof hoch. Langsam öffnete er die Stalltür, da lag eine Frau mit einer Mistgabel in der Brust. Michi rief sofort die Polizei und rannte zu der Haustür von Sepp, niemand öffnete. „Wo ist Sepp?”, flüsterte Michi und rannte zurück in den Stall und wartete auf die Polizei. „Puh, da kommt Sepp in seinem Schlafanzug dahergelaufen.“ Michi dachte sich, Sepps Blick sei irgendwie komisch. Er starrte richtig. Langsam dämmerte es Michi. „Ist vielleicht Sepp der Mörder, aber das kann ja gar nicht sein.” Im selben Moment kam die Polizei angebraust. Sie vernahmen Michi, während die Spurensicherung Beweise sicherte. Als die Vernehmung beendet war, sah Michi, wie Sepp mit einem der Polizisten am Plaudern war und plötzlich in einem Augenblick, in welchem Sepp wahrscheinlich dachte, es schaue niemand, gab er dem Polizisten ein Geldbündel. Michi konnte kaum glauben, was er gesehen hatte, er schrie: „Sepp ist der Mörder, ich kann das beweisen!” Zuerst nahmen sie ihn nicht ernst, doch als sie seinen ernsten Blick sahen und Sepp abhauen wollte, überwältigen sie ihn und brachten ihn auf die Polizeiwache.

Beim Verhör erzählte Michi, wie Sepp den Polizeichef bestochen hatte. Bei diesem wurde im Anschluss wirklich das Geldbündel gefunden und das Blut an der Arbeitshose Sepps erledigte den Rest. Von diesem Tag an konnten die Arbeiter wieder beruhigt in den Stall gehen.

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